Treplec



Die Konsequenz aus Tradition, Sensibilität und Modernität mit dem Bewußtsein der Liebe!
Mitten in der Heide Sachsen- Anhalts liegt das provinzlebendige Dessau. Durch Bauhaus Vergangenheit, wird der totalen Hinwendung zum Kaff, nach der Wende ein wenig entgegengewirkt, wie auch durch das unermüdliche Wirken einiger musischer Aktivisten, zu denen auch Nils Scheibe aka Treplec gehört. Seit ca. 1998 hat er Anteil daran die Region vor dem totalen Abrutsch in die nackte Haut der Discokugel und dem Solariumgepiercten Stumpf- Boller- Techno zu bewahren.
Die Laufbahn der Musikliebhaberei begann dabei typisch: erster Orgasmus beim nächtlichen Programm vom Radio und nicht unbeachtet unter der Decke- erzielt durch heimlich geschossene Foto’s von unerreichbaren Schulhofschönheiten im elterlichen Jugendzimmer. Die Folgen sind fatal, fortan wird jeder Pfennig in den Vinylschlund geworfen und diese versucht mittels einschlägig bekannter Werkzeuge zusammen und übereinander zu meißeln. Wie kann man einigermaßen diese Kosten decken? Richtig, man serviert sein Können dem Publikum. Um dies unabhängig durchziehen zu können, gründete er 1998 mit ein paar Genossen in einem Keller den Milnor- Club, welcher wenig später in etwas veränderter Form in das Global Village am Elbufer verlagert wurde. Durch die liebhaberische Booking- Spürnase und die schweißtreibende Resident-DJ-Rotation Treplec’s erlangten die Milnor- Nächte rasch ihren außerordentlichen Ruf als überregional geschätzte Veranstaltungsreihe. Mit unerbittlicher Energie wurde von Anfang an dem Publikum nicht der übliche Holzhammer vor den Latz gedonnert, sondern mit gehirnaktiver Qualität geglänzt, quasi mehr Arte und 3sat als Sat1 und RTL. Dabei stand für Treplec immer fest, Minimalismus und Musikalität ist trendbeständiger, herzöffnender, dauerhaft publikumsdankbarer und einfach zeitloser als der allgemeine Wumms des Nachtlebens. Angespornt durch die eigenen Helden und ähnlicher Ansätze wie sie ca. 200km südlicher in Jena funktionieren, blieb als logische Konsequenz, um sein musikalisches Herz noch weiter zu öffnen, 2003 nur der Ausweg -Gründung eines eigenen Labels. Milnor Modern erblickte das Licht der Welt, als Baustelle für die eigens geliebte Musik. Ob Eigenproduktion oder in Zusammenarbeit mit Produzenten- Shatterhand Andre Koener, bzw. was im Briefkasten landet, alles was anspruchsvoll rockt und die Blutkörperchen zu Hause oder im Club zum prickeln bringt, wird rausgebracht. Dabei zählt jedoch nicht wie bei so vielen der Zunft, aufgepasst: Masse statt Klasse! Eine zielsichere und geschmackvolle Auswahl im Verbund mit unnachahmlichen Artwork ist dabei das Credo (oder Bac, oder Rexona..?!) für eine dauerhafte Größe auf dem Markt mit stringenter Qualität. Die Stücke werden sorgfältig ausgewählt und plaziert, so wie auch in den DJ-Sets, oder sporadischen Laptop- Live Auftritten, von Treplec himself. Das Publikum immer im Visier, entsteht bei ihm ein Fluß von perlendem Sound, der von deep, minimal, über frickelnd, freaky, hin zu treibend hüpfend alles kann und Moderne und Tradition miteinander verbindet. Für Menschen die gleichzeitig gerne tanzen und liebhaben sind Treplec’s musikalische Gestaltungen, ob in Auflege- oder Produktionsform ein Muß für die Weiterbildung der eigenen Windungen in Gehirnmasse, Knochen und Muskeln.
Die Segel sind gesetzt, die Galeere Milnor Modern steuert mit ihrem Steuermaat Treplec in den globalen Sonnenaufgang der zweiten Hälfte dieses Jahrzehnts. Bewaffnet mit der minimalistischen Philosophie des satten Klangs elektronischer Musik um allen Wellen zu trotzen und jedesmal wieder sicher im Hafen anzukommen, wo die Meute schon die Sträuße in die Luft wirft! (Gez.: Oliver Goldt)

http://www.myspace.com/treplec

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